1. Vorwort
Micro-ATX ist der ideale Formfaktor für dich, wenn du ein kompakteres System bauen willst, ohne bei der Ausstattung große Abstriche zu machen. Mit rund 244 × 244 mm ist ein Micro-ATX-Board spürbar kleiner als ein normales ATX-Mainboard, bietet dir aber in vielen Fällen fast die gleiche technische Ausstattung, oft sogar von derselben Platinen-Serie abgeleitet. Dadurch passt ein Micro-ATX-Board sowohl in kompakte Gehäuse als auch in die meisten Midi-Tower, was dir bei der Gehäusewahl mehr Freiheit lässt als bei Mini-ITX. Lediglich bei der Anzahl der Erweiterungs- und M.2-Steckplätze musst du im Vergleich zu ATX gelegentlich kleinere Kompromisse eingehen.
In dieser Kaufberatung zeigen wir dir Micro-ATX-Mainboards für AM4, AM5, LGA1700 und LGA1851, vom günstigen Einsteiger-Board bis zur Mittelklasse und Oberklasse, damit du unabhängig von Plattform und Budget das passende kompakte Board für dein System findest.
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2. AM4 Micro-ATX Einsteiger: ASRock B550M Pro4
Das ASRock B550M Pro4 ist als Micro-ATX-Variante eine gute Wahl für ein günstiges AM4-System im kleineren Format. Auch für ein Upgrade mit einem Ryzen-5000-Prozessor eignet sich das Mainboard gut, technisch unterscheidet es sich kaum von der großen ATX-Version. Beim Arbeitsspeicher hast du vier Steckplätze, die du mit DDR4 auf bis zu 128 GB bestücken kannst. Die Grafikkarte setzt du in einen PCIe-4.0-x16-Steckplatz. Für schnelle SSDs stehen dir zwei M.2-Steckplätze zur Verfügung, einer mit PCIe-4.0-Anbindung, der andere mit PCIe-3.0-Anbindung, dazu kommen sechs SATA-Anschlüsse für klassische Laufwerke. Ein WLAN-Modul ist nicht vorinstalliert, du kannst es aber bei Bedarf über den freien M.2-E-Key-Slot nachrüsten. Für die Netzwerkanbindung per Kabel sorgt ein fest verbauter Gigabit-LAN-Port von Realtek. Bei der Kühlung der Spannungsversorgung setzt ASRock auf eine einfache Lösung, die für alle kompatiblen Ryzen-Prozessoren im Nicht-OC-Betrieb aber völlig ausreicht. An der Rückseite hast du fünf USB-A-Anschlüsse und einen USB-C-3.1-Port, dazu bringt das Board sechs 4-Pin-Anschlüsse für Lüfter mit. Damit ist das ASRock B550M Pro4 als Micro-ATX-Board eine einfache und günstige Grundlage für ein kompaktes AM4-System.

3. AM4 Micro-ATX Mittelklasse: ASUS TUF Gaming B550M-Plus
Für dein AM4-Upgrade im soliden Micro-ATX-Format ist das ASUS TUF Gaming B550M-Plus eine gute Wahl, auch für Ryzen-5000-Prozessoren. Beim Arbeitsspeicher setzt das Board auf DDR4 und bietet über vier Steckplätze Platz für bis zu 128 GB. Die Grafikkarte betreibst du über einen von der CPU angebundenen PCIe-4.0-x16-Steckplatz, ergänzt durch einen zweiten PCIe-3.0-x4-Steckplatz vom Chipsatz. Für schnelle SSDs stehen dir zwei M.2-Steckplätze zur Verfügung, einer läuft über die CPU mit PCIe 4.0, der andere über den Chipsatz mit PCIe 3.0, beide unterstützen zusätzlich den SATA-Modus. Für klassische Laufwerke kommen vier SATA-Anschlüsse hinzu. Auf ein WLAN-Modul musst du verzichten, dafür ist ein 2,5-Gigabit-LAN-Port von Realtek fest verbaut. Die Spannungsversorgung sitzt unter einem großzügig dimensionierten Kühlkörper, zusätzlich kühlt ein passiver Kühlkörper den Chipsatz und ein weiterer die CPU-seitige M.2-SSD. Auf der Rückseite hast du acht USB-Anschlüsse, darunter zwei schnelle USB-3.2-Gen2-Ports, einer davon vom Typ C, dazu vier 4-Pin-Anschlüsse für Lüfter direkt auf dem Mainboard. Insgesamt ist das ASUS TUF Gaming B550M-Plus eine gut ausgestattete und robuste Basis für ein kompaktes Micro-ATX-AM4-System.

4. AM5 Micro-ATX Einsteiger: ASRock B850M Pro-A
Das ASRock B850M Pro-A ist als Micro-ATX-Variante eine gute Wahl für einen günstigen Einstieg in AM5. Technisch unterscheidet sich das Board kaum von der großen ATX-Version B850 Pro-A. Beim Arbeitsspeicher hast du vier Steckplätze, die du mit DDR5-RAM auf bis zu 256 GB bestücken kannst. Die Grafikkarte setzt du in einen vollwertigen PCIe-5.0-x16-Steckplatz. Für schnelle SSDs stehen dir drei M.2-Steckplätze zur Verfügung, einer mit PCIe-5.0-Anbindung, die beiden anderen mit PCIe-4.0-Anbindung, dazu kommen vier SATA-Anschlüsse für klassische Laufwerke. Ein WLAN-Modul fehlt, lässt sich aber nachrüsten, außerdem ist eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Realtek fest verbaut. Die Spannungsversorgung sitzt unter einem Aluminium-Kühlkörper und reicht auch für stärkere Ryzen-Prozessoren aus. Auf der Rückseite hast du drei schnelle USB-A-Anschlüsse und einen USB-C-Port, dazu vier weitere USB-2.0-Anschlüsse sowie fünf 4-Pin-Anschlüsse für Lüfter. Insgesamt ist das ASRock B850M Pro-A als Micro-ATX-Board eine einfache und preiswerte Grundlage für den Einstieg in AM5.

5. AM5 Micro-ATX Mittelklasse: MSI MAG B850M Mortar WIFI
Wenn du bei deinem AM5-System im Micro-ATX-Format etwas mehr Ausstattung möchtest, findest du im MSI MAG B850M Mortar WiFi ein gutes Upgrade gegenüber Einsteiger-Boards wie dem B850M Pro-A. Das auffälligste Extra ist die Funkausstattung: Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4 sind fest verbaut, dazu kommt eine schnelle 5-Gigabit-LAN-Buchse von Realtek. Beim Arbeitsspeicher bleibt es bei DDR5 über vier Steckplätze mit bis zu 256 GB. Die Grafikkarte bindest du über einen PCIe-5.0-x16-Steckplatz an, ergänzt durch einen zweiten PCIe-4.0-x4-Steckplatz. Für SSDs stehen dir drei M.2-Steckplätze zur Verfügung, zwei davon mit voller PCIe-5.0-Anbindung über die CPU, der dritte mit PCIe 4.0 über den Chipsatz, dazu kommen vier SATA-Anschlüsse. Die Spannungsversorgung mit insgesamt 15 60-A-Smart-Power-Stages ist deutlich kräftiger ausgelegt als beim Pro-A und ermöglicht dir damit auch das sicherere Übertakten stärkerer Ryzen-Prozessoren. An Anschlüssen hast du einen schnellen USB-C-Port mit bis zu 20 Gbit/s sowie mehrere weitere USB-3.2-Ports, dazu sechs 4-Pin-Anschlüsse für Lüfter. Wenn du dein AM5-System noch länger nutzen und dabei nicht auf moderne Anschlüsse verzichten willst, ist das MAG B850M Mortar WiFi eine gute Wahl.

6. AM5 Micro-ATX Oberklasse: GIGABYTE X870M AORUS Elite WIFI7
Mit dem X870-Chipsatz stellt das GIGABYTE X870M AORUS Elite WiFi7 die Oberklasse im Micro-ATX-Format dar und bringt trotz des kompakten Formats viel Ausstattung mit. Der DDR5-Arbeitsspeicher läuft über vier Steckplätze mit bis zu 256 GB und erreicht im übertakteten Betrieb bis zu 8.200 MT/s. Für Speicher stehen zwei M.2-Steckplätze bereit, einer mit voller PCIe-5.0-Anbindung über die CPU, der andere mit PCIe 4.0 über den Chipsatz, dazu kommen zwei SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung hast du eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse sowie Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4. Das Mainboard bringt dir zwei USB4-Ports mit bis zu 40 Gbit/s mit, dazu weitere USB-3.2-Anschlüsse und insgesamt sechs 4-Pin-Anschlüsse. Die Spannungsversorgung ist kräftig genug für die aktuell stärksten Ryzen-Prozessoren wie die beliebten X3D-Modelle mit ihrem großen 3D-V-Cache. Wenn du ein leistungsstarkes, aber kompaktes Gaming-System bauen möchtest, das auch in einigen Jahren noch mithalten soll, ist das GIGABYTE X870M AORUS Elite WiFi7 eine gute Wahl.

7. LGA1700 DDR5 Micro-ATX Einsteiger: GIGABYTE B760M AORUS Elite WIFI6 GEN5
Das GIGABYTE B760M AORUS Elite WiFi6E GEN5 packt Intels Mittelklasse-Plattform in ein kompaktes Micro-ATX-Mainboard mit LGA1700-Sockel und bietet dabei fast so viel Ausstattung wie die größeren B760-Boards. Damit eignet es sich gut als günstiger Einstieg für Prozessoren der 12. bis 14. Core-i-Generation. Der Arbeitsspeicher läuft als DDR5 über vier Steckplätze mit bis zu 256 GB. Für die Grafikkarte hast du einen PCIe-5.0-x16-Steckplatz, dazu einen zweiten PCIe-4.0-Steckplatz mit vier Lanes vom Chipsatz. Für SSDs stehen dir zwei M.2-Steckplätze mit PCIe-4.0-Anbindung zur Verfügung, dazu kommen vier SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 6E und eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Realtek mit an Bord. An Anschlüssen bietet dir das Board unter anderem einen schnellen USB-3.2-Gen2x2-Typ-C-Port auf der Rückseite sowie mehrere weitere USB-A-Anschlüsse. Wenn du ein günstiges, aber trotzdem ordentlich ausgestattetes Micro-ATX-Board für Intel suchst, wirst du beim GIGABYTE B760M AORUS Elite WiFi6E GEN5 fündig.

7.1 LGA1700 DDR4 Micro-ATX Einsteiger: GIGABYTE B760M Gaming X DDR4 GEN5
Das GIGABYTE B760M Gaming X DDR4 GEN5 ist die Micro-ATX-Variante und damit ein günstiger Einstieg für ein kompakteres Intel-System mit LGA1700-Sockel. Beim Arbeitsspeicher bleibt es beim älteren DDR4-Standard mit bis zu 128 GB über vier Steckplätze. Für die Grafikkarte steht ein PCIe-5.0-x16-Steckplatz bereit, der zweite PCIe-3.0-x16-Steckplatz ist mit vier Lanes angebunden. Für SSDs gibt es zwei M.2-Steckplätze mit PCIe-4.0-Anbindung, dazu kommen vier SATA-Anschlüsse. Ein WLAN-Modul fehlt, stattdessen sorgt eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Realtek für die Netzwerkanbindung. Die Spannungsversorgung ist baugleich mit der ATX-Variante und damit ausreichend dimensioniert für Einsteiger- bis Mittelklasse-CPUs. Bei den Anschlüssen auf der Rückseite musst du allerdings Abstriche machen: Ein USB-C-Port fehlt hier, stattdessen gibt es nur USB-3.2-Gen1- und USB-2.0-Anschlüsse, dazu vier 4-Pin-Anschlüsse für Lüfter. Insgesamt ist das GIGABYTE B760M Gaming X DDR4 GEN5 eine solide Einstiegswahl für ein kompaktes Intel-System, bei der du bei der externen Anschlussvielfalt aber etwas Abstriche machen musst.

8. LGA1700 DDR5 Micro-ATX Mittelklasse: ASUS ROG Strix B760-G Gaming WIFI
Wenn du im Micro-ATX-Format nicht nur das Nötigste willst, findest du im ASUS ROG Strix B760-G Gaming WiFi, einem LGA1700-Mainboard mit B760-Chipsatz, eine deutlich hochwertiger ausgestattete Alternative. Der DDR5-Arbeitsspeicher läuft über vier Steckplätze und erreicht im übertakteten Betrieb bis zu 7.800 MT/s. Für Erweiterungskarten stehen dir insgesamt vier PCIe-Steckplätze zur Verfügung: ein PCIe-5.0-x16-Steckplatz für die Grafikkarte, ein PCIe-4.0-x16-Steckplatz mit vier aktiven Lanes sowie zwei kleinere PCIe-4.0-x1-Steckplätze. Zwei M.2-Steckplätze mit PCIe-4.0-Anbindung und eigenen Kühlkörpern nehmen schnelle SSDs auf, dazu kommen vier SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 6E, Bluetooth 5.3 und eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Intel fest verbaut. Auf der Rückseite hast du unter anderem einen USB-3.2-Gen2x2-Typ-C-Port mit bis zu 20 Gbit/s, dazu fünf 4-Pin-Anschlüsse für Lüfter. Insgesamt bietet dir das ASUS ROG Strix B760-G Gaming WiFi eine deutlich gehobenere Ausstattung als vergleichbare Einsteiger-Boards im gleichen Formfaktor.

9. LGA1851 Micro-ATX Einsteiger: ASRock B860M Pro-A WiFi
Wenn du ein kleineres Mainboard suchst, eignet sich das ASRock B860M Pro-A WiFi. Im kompakteren Micro-ATX-Format bringt es fast die gleiche Ausstattung wie das ATX-Modell B860 Pro-A mit und ist damit ein günstiger Einstieg für ein platzsparenderes System. Der DDR5-Arbeitsspeicher läuft weiterhin über vier Steckplätze mit hohen OC-Geschwindigkeiten. Für die Grafikkarte steht ein vollwertiger PCIe-5.0-x16-Steckplatz bereit, dazu kommt ein kleinerer PCIe-4.0-Steckplatz vom Chipsatz mit vier Lanes. Bei den SSDs bietet das Board drei M.2-Steckplätze, einer davon mit PCIe-5.0-Anbindung, sowie vier SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 6E, Bluetooth 5.3 und eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Realtek fest verbaut. An der Rückseite hast du unter anderem einen USB-3.2-Gen2x2-Typ-C-Port mit bis zu 20 Gbit/s. Der Vorteil des B860M Pro-A WiFi liegt darin, dass du gegenüber der ATX-Variante kaum Abstriche machen musst, dir aber ein kompakteres Gehäuse offensteht. Damit ist es die empfehlenswerte Wahl für dich, wenn du ein günstiges, aber vollwertig ausgestattetes Micro-ATX-Board suchst.

10. LGA1851 Micro-ATX Mittelklasse: ASRock Phantom Gaming Z890M Riptide WiFi
Das ASRock Phantom Gaming Z890M Riptide WiFi bringt den übertaktbaren Z890-Chipsatz auf ein kompaktes Micro-ATX-Format und bietet dir trotz kleinerem Gehäuse volle Ausstattung. Der DDR5-Arbeitsspeicher läuft über vier Steckplätze und erreicht im übertakteten Betrieb bis zu 9.466 MT/s. Für die Grafikkarte steht ein vollwertiger PCIe-5.0-x16-Steckplatz bereit. Bei den SSDs bietet das Board drei M.2-Steckplätze, zwei davon direkt über die CPU angebunden, dazu kommen vier SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 6E, Bluetooth 5.3 und eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Killer fest verbaut. An der Rückseite hast du gleich zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse, über die du schnelle externe Geräte oder hochauflösende Displays anschließen kannst. Der besondere Vorteil des Z890M Riptide WiFi ist die Kombination aus vollem Z890-Übertaktungspotenzial und gleich zwei Thunderbolt-4-Ports in einem Micro-ATX-Format.
11. Fazit
Mit Micro-ATX bekommst du in nahezu jeder Preisklasse ein Mainboard, das kaum hinter der ATX-Variante zurücksteht, dafür aber in ein kompakteres Gehäuse passt und dir mehr Auswahl bei der Gehäusegröße lässt.
Bei den Einsteiger-Boards profitierst du von einer soliden und günstigen Basis, die sich technisch oft nur minimal von den größeren ATX-Geschwistern unterscheidet, teilweise sogar mit identischer Spannungsversorgung. In der Mittelklasse bekommst du Verbesserungen bei Netzwerkanbindung, Kühlung und Anschlussvielfalt, häufig ergänzt um schnelleres WLAN oder eine höher taktende LAN-Buchse, während dir Oberklasse-Modelle auch für stärkere Prozessoren und anspruchsvollere Übertaktung genug Spielraum lassen, ohne dass du dafür auf ein größeres Board umsteigen musst.
Wo du im Vergleich zu ATX am ehesten Abstriche machen musst, ist bei der Zahl der M.2- und Erweiterungssteckplätze sowie gelegentlich bei den Anschlüssen auf der Rückseite, was für die meisten Gaming-Systeme mit einer oder zwei SSDs und einer Grafikkarte aber kaum ins Gewicht fällt.
Achte bei der Auswahl vor allem darauf, welche Plattform zu deinem Prozessor passt, wie viele M.2-Slots du tatsächlich benötigst und ob dir die Anschlussvielfalt für deine Peripherie ausreicht, dann findest du unter den hier vorgestellten Boards für jedes Budget die passende kompakte Basis für dein neues System.
