1. Vorwort
Dein Prozessor kann unter Last schnell heiß laufen, und gerade bei stundenlangen Gaming-Sessions zeigt sich, ob die Kühlung mithalten kann. Wird die CPU zu warm, drosselt sie automatisch ihren Takt, um sich vor dem sogenannten Hitzetod zu schützen, wodurch die Leistung deines PCs einbricht.
Genau hier setzt eine All-in-One-Wasserkühlung (kurz AIO) an: Statt eines klassischen Luftkühlers, der direkt über dem Sockel ragt und die Abwärme an die Luft abgibt, übernimmt hier eine geschlossene Flüssigkeitsschleife den Wärmetransport zu einem Radiator, der meist oben oder vorne im Gehäuse verbaut wird, um die optimale Kühlleistung der AIO zu gewähren.
Wichtig ist die Position der AIO, die Pumpe darf in diesem Fall nie der höchste verbaute Punkt sein. Insgesamt schafft eine AIO somit nicht nur Platz rund um RAM und Mainboard, sondern sorgt bei vielen Builds auch für ein deutlich aufgeräumteres und moderneres Erscheinungsbild.
Die Auswahl an AIOs ist mittlerweile riesig, und die Unterschiede liegen oft im Detail: Radiatorgröße und -dicke, Lüfterqualität, Lautstärke der Pumpe und nicht zuletzt Zusatzfeatures wie RGB-Beleuchtung oder ein integriertes Display.
Gerade bei den Maßen der AIOs kann man schnell Fehler machen, weshalb du genau schauen solltest, welchen Sockel du für deine CPU brauchst und welche Radiatorgröße in dein Gehäuse passt.
Genau deshalb haben wir für dich eine Auswahl der besten Modelle in drei Preisklassen zusammengestellt, von der soliden Einsteiger-AIO bis zum High-End-Modell mit eigenem Bildschirm oder modernster Kühltechnik. In diese Kaufberatung fließt unsere langjährige Erfahrung aus zahlreichen PC-Builds mit ein, in denen wir AIOs unterschiedlichster Preisklassen regelmäßig selbst verbaut haben.
- Zur PC-Gehäuse Kaufberatung: Die besten PC-Gehäuse!
- Zur CPU-Kühler Kaufberatung: Die besten CPU-Kühler!

2. Beste Einsteiger AIO ab 50€: Arctic Liquid Freezer III Pro 360
Die Arctic Liquid Freezer III Pro 360 ist in ihrer Preisklasse wohl eine der interessantesten AIOs. Die Wasserkühlung setzt statt der sonst üblichen 27 mm dicken Radiatoren auf einen 38 mm dicken Radiator, der für ein größeres Flüssigkeitsvolumen und eine bessere Wärmeabgabe sorgt, was zu besseren Kühltemperaturen führt als ein schmaler Radiator.
Wir haben diese AIO bereits häufig in unseren PC-Builds verbaut und waren immer zufrieden mit der Kühlleistung und der leisen Geräuschkulisse. Wichtig ist dabei, dass du in deinem Gehäuse genügend Platz für die Montage einplanen musst, Arctic gibt hierfür 63 mm an. Eine Liste kompatibler Mainboards findest du direkt bei Arctic, da einige Modelle aufgrund ihrer M.2-Kühlplatte nicht mit dem Pumpenkopf kompatibel sind.
Praktisch ist außerdem, dass Pumpe, VRM-Lüfter und Radiatorlüfter über ein Splitter-Kabel entweder gemeinsam über ein PWM-Signal oder komplett unabhängig voneinander angesteuert werden können. Die Lüfter drehen dabei in einem Bereich von 600 bis 3.000 U/min, was für diese Preisklasse ungewöhnlich viel Spielraum bietet. Enthalten ist zudem bereits MX-6-Wärmeleitpaste, und mit sechs Jahren Garantie bietet Arctic hier doppelt so lange Garantie wie die meisten Alternativen in dieser Preisklasse.
Insgesamt stellt die Liquid Freezer III Pro 360 eine ausgezeichnete Wahl für dich dar, wenn du Wert auf eine starke Kühlleistung und ein cleanes, kabelarmes Erscheinungsbild bei sehr guter Preis-Leistung legst.
Die AIO gibt es zusätzlich auch noch in einer RGB-Variante, bei der der Pumpenkopf und die Lüfter mit ARGB-Beleuchtung ausgestattet sind.

2.1 Alternative: ENDORFY Navis F360 ARGB
Nicht jeder baut sein System auf der neuesten Plattform, manchmal muss die AIO auch auf einem etwas älteren System laufen. Genau hier punktet die Endorfy Navis F360 mit einem breiten Sockel-Support, der neben AM4/AM5 und den aktuellen Intel-Sockeln 1700/1851, auch ältere Intel-Plattformen bis hin zu Sockel 2011 abdeckt.
Die verbauten Fluctus-120-PWM-Lüfter arbeiten angenehm leise, und dank der 42 cm langen Schläuche lässt sich der Radiator relativ frei im Gehäuse platzieren, ohne dass es bei der Montage eng wird.
Im Lieferumfang enthalten ist bereits Pactum-PT-3-Wärmeleitpaste, welche einen soliden Job macht. Solltest du jedoch auf der Suche nach der besten Wärmeleitpaste sein, schau doch gerne bei unserer Auswahl der von uns zu Empfehlenden Wärmeleitpasten vorbei.
Die Navis AIO ist eine solide Alternative zu der Liquid Freezer, gerade wenn du nicht so viel Platz im Gehäuse hast für einen extra breiten Radiator.
Wenn du zudem noch etwas sparen möchtest, gibt es die Endorfy Navis auch noch ohne ARGB, diese Variante kommt in einem schlichten All-Black-Design. Wenn dir aber zusätzlich die RGB-Optik wichtig ist, ist die hier gelistete ARGB-Variante die richtige Wahl für dich.

2.2 Alternative: ID-Cooling FX360 INF
Wenn du besonders aufs Budget achten musst und dabei nicht auf Optik verzichten willst, dann haben wir für dich die ID-Cooling FX360 INF auf unserer Liste. Diese AIO ist für uns die günstigste, noch empfehlenswerte Wasserkühlung.
Trotz des niedrigen Preises ist sie mit ARGB-Beleuchtung und einem Infinity-Mirror-Display auf dem Pumpenkopf ausgestattet, was in dieser Preisklasse sonst kaum zu finden ist. Der Radiator fällt mit 27 mm vergleichsweise schlank aus und beansprucht damit wenig Platz im Gehäuse, während die 46,5 cm langen Schläuche dir viel Freiheit bei der Positionierung lassen. Angeschlossen wird die AIO über einen 4-Pin-PWM-Anschluss für die Lüfter sowie einem 5-V-3-Pin-ARGB-Anschluss für die Beleuchtung. Das Sleeving der Kabel sorgt zusätzlich für ein aufgeräumtes Bild im Gehäuse.
Wenn dir eine LCD-Anzeige wichtig ist, lohnt sich ein Blick auf die ID-Cooling FX360 LCD, die für einen Aufpreis von etwa 20 Euro erhältlich ist.

3. Beste Mittelklasse AIO ab 100€: be quiet! Light Loop 360
Wenn du deine CPU übertaktest, brauchst du eine Kühlung, die auch unter dauerhaft hoher Last zuverlässig arbeitet. Genau dafür ist die be quiet! Light Loop 360 unsere Empfehlung in der Mittelklasse.
Der ARGB-Kühlblock ist vor allem für Nutzer mit starken CPUs interessant, die auf zuverlässige Kühlleistung angewiesen sind. Verbaut sind drei Light Wings LX PWM High-Speed-Lüfter, die für eine gute Balance aus Kühlleistung und Lautstärke sorgen. Über den mitgelieferten ARGB-PWM-Hub lassen sich zudem bis zu sechs weitere ARGB-Komponenten und PWM-Lüfter synchronisieren, was praktisch ist, wenn du dein gesamtes System optisch abstimmen willst. Insgesamt sind im Pumpenkopfgehäuse der Light Loop 360 64 LEDs verbaut, die für eine schöne und gleichmäßige Beleuchtung sorgen.
Technisch setzt be quiet! auf eine Jet-Platte aus Metall, die zusammen mit der Kühl-Platte für erhöhten Druck der Kühlflüssigkeit sorgt. Besonders praktisch ist, dass du über einen Refill-Port die Kühlflüssigkeit bei Bedarf selbst nachfüllen kannst, was die Lebensdauer der AIO deutlich verlängert.
Insgesamt stellt die Light Loop 360 eine ausgezeichnete Wahl dar, wenn du hohe Kühlleistung mit einer durchdachten und langlebigen Konstruktion verbinden möchtest.

3.1 Alternative: Corsair Nautilus 360 RS ARGB
Wenn dir reine Kühlleistung nicht genügt und du zusätzlich individuell anpassbare Optik im Gehäuse haben möchtest, findest du mit der Corsair Nautilus 360 RS ARGB eine für dich spannende AIO-Wasserkühlung.
Das Herzstück ist die Pumpe, die für eine hohe Durchflussrate sorgt. Optisch setzt Corsair hier auf ein modulares CapSwap-Design, mit dem die Pumpenkappe einfach austauschbar ist und du sogar ein LCD-Display montieren kannst. Die zusätzlichen Module sind separat erhältlich, alternativ kannst du dir mit Vorlagen für den 3D-Drucker eigene Abdeckungen anfertigen. Wir haben diese AIO auch schon des Öfteren bei uns verbaut und waren immer überzeugt von der Leistung und Optik.
Die drei mitgelieferten RS120-RGB-Lüfter sind jeweils mit acht einzeln ansteuerbaren RGB-LEDs für eine feine Abstimmung der Beleuchtung versehen. Die Lüfter drehen mit 420 bis 2.100 U/min und das Ganze wird über die iCUE-Software angesteuert.
Auch um die Wärmeleitpaste musst du dir keine Sorgen machen, diese ist bereits direkt auf der Kühlfläche aufgetragen.
Mit fünf Jahren Garantie ist die Nautilus 360 eine langlebige und optisch ansprechende Wahl für dich, wenn du die Preis-Leistungs-AIO aus dem Corsair-Ökosystem suchst.

4. Beste High End AIO ab 200€: Noctua NL-LC1-36
Mit der Noctua NL-LC1-36 hat die Firma mit den braunen Lüftern eine Kühlungslösung geschaffen, die es bei einer AIO so noch nicht gab. Diese AIO kühlt nicht nur deinen Prozessor, sondern gleich alles Umliegende mit und bietet dazu noch mit Abstand die beste Kühlleistung. Die Noctua NL-LC1-36 kühlt neben der CPU gleichzeitig auch den RAM sowie die VRMs deines Mainboards mit, was ein spürbarer Vorteil sein kann, wenn dein Gehäuse nicht gut auf Airflow optimiert ist.
Genau hier setzt unsere High-End-Empfehlung an: Als Motor kommt die aktuelle Asetek Emma V2 zum Einsatz, ergänzt um den NL-PNA1, einen laut Noctua ersten seiner Art entwickelten Pumpengeräuschdämpfer, der Störgeräusche der Pumpe absorbieren soll, was man auch so wahrnimmt.
Mit dem SecuFirm2-Befestigungssystem lässt sich der Kühlkopf zudem individuell versetzt montieren, um den Hotspot deiner CPU gezielter zu treffen. Ein Detail, das vor allem für Enthusiasten interessant ist, die jedes Grad an Kühlleistung herausholen möchten.
Auf dem Radiator sind drei der beliebten NF-A12x25 G2-Lüfter verbaut, die in einem Bereich von 0 bis 1.800 U/min arbeiten. Der Radiator selbst besteht aus einem stabilen Stahlrahmen.
Mit sechs Jahren Garantie und Unterstützung für AM4, AM5, LGA1700, LGA1851 sowie die kommende LGA1954-Plattform bist du mit dieser AIO auch für zukünftige Aufrüstungen gut aufgestellt.

4.1 Alternative: NZXT Kraken Elite
Du suchst eine AIO die alles andere schlicht im Gehäuse wirken lässt? Dann ist unsere Empfehlung die NZXT Kraken Elite. Die AIO setzt auf einen 2,72 Zoll großen IPS-Display mit einer Auflösung von 640×640 Pixeln und 60Hz, umrandet von einem zusätzlichen RGB-Ring.
Verbaut sind drei F120P-Static-Pressure-Lüfter, die in einem Bereich von 500 bis 2.000 U/min arbeiten und über einen Zero-RPM-Modus für geräuschlosen Betrieb bei niedriger Last verfügen.
Der Radiator selbst besteht aus Aluminium und farblich gibt es die AIO in schwarz und weiß.
Wenn dir das Design der Noctua-AIO nicht zusagt oder schlichtweg nicht zur restlichen Ästhetik deines PCs passt, ist die Kraken Elite eine attraktive Alternative mit deutlich auffälligerer Optik.

4.2 Alternative: TRYX Panorama SE ARGB
Wenn dir die NZXT AIO dennoch zu langweilig ist, dann ist die TRYX Panorama SE ARGB 360 einen Blick wert. Verbaut ist ein 6,67 Zoll großer, gebogener AMOLED-Bildschirm mit einer Pixeldichte von 372 PPI und einem Kontrastverhältnis von 1.000.000:1. Durch die Krümmung lassen sich links und rechts sogar unterschiedliche Inhalte gleichzeitig darstellen. Angesteuert wird das Ganze über die herstellereigene KANALI-Software.
Als Pumpenlösung kommt die achte Generation von Asetek zum Einsatz, welche aktuell Vorreiter in der Kühltechnologie für Wasserkühlung sind. Zusätzlich lässt sich die AIO über verstellbare Halterungsbügel präzise positionieren, um Hotspots der CPU gezielt zu adressieren.
Die drei Lüfter im 120mm-Format drehen in einem Bereich von 500 bis 1.850 U/min. Kompatibel ist die Panorama SE mit AM4/AM5 sowie den gängigen Intel-Sockeln 1851/1700/1200/115X.
Wenn du eine AIO suchst, die maximal auffällt und dabei technisch auf dem neuesten Stand ist, bist du hier genau richtig.
5. Fazit
Wir haben uns in dieser Kaufberatung bewusst für AIOs entschieden, die wir entweder selbst schon verbaut haben oder die wir uns für diese Kaufberatung angeschaut haben. Und so wie überall im Leben heißt teuer leider nicht gleich immer gut, deshalb haben wir in jeder Preisklasse die passende AIO für dich gefunden, die das beste Gesamtpaket aus Lautstärke, Kühlung und Preis-Leistung bietet.
Bevor du dich für eine AIO entscheidest, solltest du außerdem immer prüfen, ob sie zum Sockel deines Mainboards passt, da nicht jede AIO jede Plattform unterstützt.
Einige der von uns vorgestellten Modelle kühlen darüber hinaus nicht nur die CPU, sondern auch die VRMs mit, also die Spannungswandler auf dem Mainboard, die deinen Prozessor mit Strom versorgen und unter Last ebenfalls warm werden können.
Das Herzstück jeder AIO ist die Pumpe, welche sich in der verbauten Technik oder dem Hersteller unterscheiden. Viele Marken setzten dabei auf die jahrelange Erfahrung von Asetek, welche eine der effizientesten Kühlpumpen für AIOs entwickelt haben, andere Marken setzten hingegen auf eigene Pumpentechnik. Hier entscheidet sich maßgeblich, wie leise und effizient die AIO im Betrieb ist.
Die erwärmte Flüssigkeit fließt weiter zum Radiator, einem Metallblock mit vielen dünnen Lamellen, der die Wärme an die vorbeiströmende Luft abgibt, wobei ein dickerer Radiator mehr Fläche und damit meist auch mehr Kühlleistung bietet, dafür aber auch mehr Platz im Gehäuse beansprucht.
Aufgenommen wird die Wärme deiner CPU meist über eine Kupferplatte, die die Verbindung zwischen der Pumpe und dem Prozessor herstellt. Kupfer dient in diesem Fall als optimaler Wärmeleiter, weshalb darauf zu achten ist eine AIO mit Kupferplatte für dein System zu nutzen und nicht Aluminium, da diese eine erhöhte Korrosionsgefahr hat.
Für den nötigen Luftstrom sorgen die auf dem Radiator montierten Lüfter, die über PWM angesteuert werden, kurz für Pulse Width Modulation, oder alternativ über die DC-Steuerung, welche aber einen kleineren Regelbereich hat als die PWM-Steuerung. Dahinter steckt schlicht, dass dein Mainboard die Drehzahl der Lüfter je nach Temperatur stufenlos regeln kann, statt sie immer nur mit voller Kraft oder komplett abgeschaltet laufen zu lassen. Wie schnell sich ein Lüfter dabei dreht, wird in RPM angegeben, also Umdrehungen pro Minute. Was bedeutet, dass eine höhere Lüfterkurve einen größeren Luftstrom hat, hingegen aber deutlich lauter zu hören ist.
Am Ende zählt vor allem eines: Eine gute AIO sollte zu deinem System, deinem Budget und deinem Geschmack passen. Ob dezent und leise für den unauffälligen Office-PC oder mit Display und RGB für einen richtigen Hingucker im Gehäuse.
