1. Vorwort
Diese Kaufberatung dreht sich rund um Mainboards mit dem Sockel AM4, der zwar nicht mehr AMDs aktuelle Plattform, aber immer noch sehr gefragt ist. Das Mainboard ist neben der CPU die Komponente, die am meisten darüber entscheidet, was aus deinem PC am Ende wird. Es bestimmt, welche Ryzen-Generation in deinen Sockel passt, wie schnellen und wie viel Arbeitsspeicher du verbauen kannst und wie viele M.2-SSDs mit welcher PCIe-Anbindung Platz finden. Gerade beim Aufrüsten eines bestehenden Systems oder beim Zusammenstellen eines neuen PCs lohnt es sich deshalb, dem Mainboard genauso viel Aufmerksamkeit zu schenken wie dem Prozessor.
Erst vor Kurzem hat AMD einen der beliebtesten Ryzen-Prozessoren für AM4 wieder aufgelegt, und dank der großen Auswahl an günstigen CPUs aus den Generationen Ryzen 3000 bis 5000 lässt sich mit AM4 nach wie vor ein richtig ordentliches System zusammenstellen, ohne dass du dafür viel Geld ausgeben musst. Die vorgestellten Boards reichen von kompakten Micro-ATX-Platinen für schlanke Budget-Builds bis zu vollwertigen ATX-Boards mit mehr Anschlüssen und großzügigerer Spannungsversorgung. Welcher Formfaktor zu dir passt, hängt vor allem von deinem Gehäuse und deinem Budget ab; technisch limitiert dich ein kleineres Board bei AM4 in der Regel kaum.
Bei der Auswahl haben wir besonders auf eine zur jeweiligen Preisklasse passenden Spannungsversorgung geachtet. Ein zu schwach dimensioniertes VRM (Voltage Regulator Module) bremst eine starke CPU früher oder später aus, unabhängig davon, wie groß das Board ist. Daneben spielten die Menge des unterstützten DDR4-Arbeitsspeichers, die Anzahl und PCIe-Generation der M.2-Steckplätze sowie die Netzwerkanbindung per LAN und Wi-Fi eine Rolle.
Egal, ob du ein kleines Micro-ATX- oder Mini-ITX-Board für ein kompaktes System suchst oder ein vollwertiges ATX-Mainboard für dein nächstes AM4-Upgrade: In dieser Kaufberatung findest du für jede Preisklasse und jeden Formfaktor eine passende Empfehlung.
Solltest du am Überlegen sein, ob eine neue Plattform mit mehr Zukunftssicherheit die bessere Wahl für dich wäre, dann schau gerne bei unserer AM5-Mainboard-Kaufberatung vorbei.
Und falls du auch noch auf der Suche nach anderen empfehlenswerten Komponenten für deinen PC bist, geht es hier zu unseren anderen Kaufberatungen:
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2. ATX Einsteiger: ASRock B550 Pro4
Für ein günstiges AM4-System ist das ASRock B550 Pro4 eine gute Wahl, zum Beispiel für ein Upgrade mit einem Ryzen-5000-Prozessor. Der Arbeitsspeicher läuft als DDR4 und lässt sich über vier Steckplätze mit bis zu 128 GB bestücken. Für die Grafikkarte steht ein PCIe-4.0-x16-Steckplatz bereit. Zwei M.2-Steckplätze, einer mit PCIe-4.0- und einer mit PCIe-3.0-Anbindung, nehmen schnelle SSDs auf, dazu kommen sechs SATA-Anschlüsse für klassische Laufwerke. Ein WLAN-Modul fehlt, kann aber einfach über den freien M.2-E-Key-Slot nachgerüstet werden. Dafür ist ein Gigabit-LAN-Port von Realtek fest verbaut. Die Kühlung der Spannungsversorgung fällt einfach aus, reicht aber für alle kompatiblen Ryzen-Prozessoren aus, sofern nicht übertaktet wird. Auf der Rückseite gibt es fünf USB-A-Anschlüsse, einen USB-C-3.1-Anschluss sowie sechs 4-Pin-Anschlüsse für Lüfter direkt auf dem Motherboard. Insgesamt ist das ASRock B550 Pro4 eine unkomplizierte und günstige Basis für ein AM4-System.

3. ATX Mittelklasse: GIGABYTE B550 AORUS Elite AX V2
Wenn du bei AM4 etwas mehr Ausstattung möchtest, findest du im GIGABYTE B550 AORUS Elite AX V2 ein gutes Upgrade. Das auffälligste Extra gegenüber dem Einsteiger-Board ist die Funkausstattung: Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2 sind fest verbaut, dazu kommt eine schnelle 2,5-Gigabit-LAN-Buchse. Beim Speicher gibt es zwei M.2-Steckplätze, wobei Slot 1 über die CPU angebunden ist und über eine PCIe-4.0-Anbindung verfügt und Slot 2 an den Chipsatz angebunden ist und eine PCIe-3.0-Anbindung hat. Beim Arbeitsspeicher bleibt es bei DDR4 mit vier Steckplätzen und bis zu 128 GB Kapazität. Die Spannungsversorgung mit 12+2 Phasen ist kräftiger ausgelegt als beim Phantom Gaming 4 und ermöglicht damit auch die Übertaktung von Ryzen-9-Prozessoren. Ein USB-C-Anschluss und zwei schnelle USB-3.2-Gen2-Ports sowie insgesamt fünf 4-Pin-Anschlüsse runden die Ausstattung ab. Wenn du dein AM4-System noch länger nutzen und dabei nicht auf moderne Anschlüsse verzichten willst, ist das AORUS Elite AX V2 eine optimale Wahl.

4. Micro-ATX Einsteiger: ASRock B550M Pro4
Das ASRock B550M Pro4 ist als Micro-ATX-Variante eine gute Wahl für ein günstiges AM4-System im kleineren Formfaktor. Auch für ein Upgrade mit einem Ryzen-5000-Prozessor eignet sich das Mainboard problemlos, technisch unterscheidet es sich kaum von der großen ATX-Ausführung. Beim Arbeitsspeicher stehen vier Steckplätze zur Verfügung, die sich mit DDR4 auf bis zu 128 GB bestücken lassen. Die Grafikkarte findet an einem PCIe-4.0-x16-Steckplatz Platz. Für schnelle SSDs sind zwei M.2-Steckplätze vorgesehen, einer mit PCIe-4.0-, der andere mit PCIe-3.0-Anbindung, dazu kommen sechs SATA-Anschlüsse für klassische Laufwerke. Ein WLAN-Modul ist zwar nicht vorinstalliert, lässt sich über den freien M.2-E-Key-Slot aber bei Bedarf nachrüsten. Für die Netzwerkanbindung per Kabel sorgt ein fest verbauter Gigabit-LAN-Port von Realtek. Bei der Kühlung der Spannungsversorgung setzt ASRock auf eine einfache Lösung, die für alle kompatiblen Ryzen-Prozessoren im Nicht-OC-Betrieb aber völlig ausreicht. An der Rückseite warten fünf USB-A-Anschlüsse und ein USB-C-3.1-Port, dazu bringt das Board sechs 4-Pin-Anschlüsse für Lüfter mit. Damit ist das ASRock B550M Pro4 als Micro-ATX-Board eine unkomplizierte und preiswerte Grundlage für ein kompaktes AM4-System.

5. Micro-ATX Mittelklasse: ASUS TUF Gaming B550M-Plus
Für dein AM4-Upgrade mit solidem Micro-ATX-Format ist das ASUS TUF Gaming B550M-Plus eine gute Wahl, auch für Ryzen-5000-Prozessoren. Beim Arbeitsspeicher setzt das Board auf DDR4 und bietet über vier Steckplätze Platz für bis zu 128 GB. Die Grafikkarte lässt sich über einen von der CPU angebundenen PCIe-4.0-x16-Steckplatz betreiben, ergänzt durch einen zweiten PCIe-3.0-x4-Steckplatz, der vom Chipsatz kommt. Für schnelle SSDs stehen zwei M.2-Steckplätze zur Verfügung: einer läuft über die CPU mit PCIe 4.0, der andere über den Chipsatz mit PCIe 3.0, wobei beide zusätzlich den SATA-Modus unterstützen. Für klassische Laufwerke kommen vier SATA-Anschlüsse hinzu. Auf ein WLAN-Modul musst du verzichten, dafür ist ein 2,5-Gigabit-LAN-Port von Realtek fest verbaut. Die Spannungsversorgung sitzt unter einem großzügig dimensionierten Kühlkörper, zusätzlich kühlt ein passiver Kühlkörper den Chipsatz und ein weiterer die CPU-seitige M.2-SSD. Auf der Rückseite gibt es acht USB-Anschlüsse, darunter zwei schnelle USB-3.2-Gen2-Ports, einer davon vom Typ C, dazu vier 4-Pin-Anschlüsse für Lüfter direkt auf dem Mainboard. Insgesamt ist das ASUS TUF Gaming B550M-Plus eine gut ausgestattete und robuste Basis für ein kompaktes Micro-ATX-AM4-System.

6. Mini-ITX: GIGABYTE B550I AORUS Pro AX
Wenn du ein besonders kompaktes AM4-System im Mini-ITX-Format bauen möchtest, ist das GIGABYTE B550I AORUS PRO AX eine starke Wahl. Dieses Mainboard ist perfekt ausgelegt für Ryzen-5000-Prozessoren. Der Arbeitsspeicher bleibt bei DDR4, allerdings stehen Mini-ITX-bedingt nur zwei Steckplätze zur Verfügung, die sich mit bis zu 64 GB bestücken lassen. Für die Grafikkarte steht ein einzelner PCIe-4.0-x16-Steckplatz von der CPU bereit. Beim Speicher gibt es zwei M.2-Steckplätze mit eigenem Kühlkörper: Der erste sitzt auf der Vorderseite und ist über die CPU mit PCIe 4.0 angebunden, der zweite auf der Rückseite des Boards und läuft über den Chipsatz mit PCIe 3.0, beide unterstützen zusätzlich den SATA-Modus. Dazu kommen vier SATA-Anschlüsse. Die Spannungsversorgung sitzt unter einem ausgedehnten, mehrschichtigen Kühlkörper mit zusätzlicher Kühlplatte und ist damit für die kompakte Bauform überraschend stark ausgelegt. Auf der Rückseite gibt es sechs USB-Anschlüsse, darunter einen USB-3.2-Gen2-Typ-C-Port, dazu Anschlüsse für DisplayPort und zwei HDMI-Ausgänge sowie drei 4-Pin-Anschlüsse für Lüfter. Eine Funkausstattung ist fest an Bord: WLAN 6E und Bluetooth sind verbaut, dazu kommt eine schnelle 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Realtek. Wenn du ein leistungsfähiges, aber trotzdem kleines AM4-System bauen willst, ist das AORUS PRO AX eine optimale Wahl.
7. Fazit
Die Wahl des passenden Mainboards beginnt beim Sockel selbst. AM4 ist zwar nicht mehr die aktuellste AMD-Plattform, bleibt aber dank der breiten Auswahl an günstigen und teils gebrauchten Ryzen-Prozessoren eine attraktive Option, etwa für ein kostenbewusstes System oder als Upgrade eines vorhandenen PCs. Bis hinauf zu den Ryzen-5000-X3D-Modellen lässt sich die Plattform so noch spürbar aufwerten, ohne dass ein komplett neues System nötig wird.
Bei den Chipsätzen gilt grob: B550 reicht für die überwiegende Mehrheit der Nutzer völlig aus und erlaubt das Übertakten per Multiplikator, wobei eine gute Spannungsversorgung aber vorausgesetzt sein muss. X570 bringt zusätzliche Anschlüsse, mehr PCIe-Lanes und in der Regel eine kräftigere Spannungsversorgung mit, was sich vor allem bei den leistungshungrigsten Prozessoren bemerkbar macht. Die Spannungswandler, kurz VRMs, wandeln die vom Netzteil gelieferte Spannung in das um, was der Prozessor tatsächlich benötigt. Unter Dauerlast entsteht dabei Wärme, und zu schwache oder unzureichend gekühlte VRMs zwingen das Mainboard irgendwann dazu, die Taktrate der CPU zu drosseln. Ein solide dimensionierter Kühlkörper sorgt dafür, dass gerade die stromhungrigeren X3D- und Nicht-X3D-Modelle ihren Takt auch über längere Zeit halten können. Bei Einsteiger-Boards, die üblicherweise mit sparsameren CPUs kombiniert werden, reicht eine einfachere Kühlung dagegen meist aus.
Beim Arbeitsspeicher setzt AM4 durchgehend auf DDR4, üblicherweise über vier Steckplätze mit bis zu 128 GB Gesamtkapazität; bei Mini-ITX-Boards sind es meist zwei Steckplätze mit weniger Kapazität. Für reines Gaming sind 32 GB in der Regel ausreichend. Für die Grafikkarte steht je nach Board ein PCIe-4.0-x16-Steckplatz zur Verfügung, teils ergänzt um einen zweiten, elektrisch schwächer angebundenen Steckplatz vom Chipsatz. Bei M.2-SSDs zeigt sich ein ähnliches Bild: Ein über die CPU angebundener Steckplatz mit PCIe-4.0-Anbindung bietet deutlich höhere Übertragungsraten als ein PCIe-3.0-Steckplatz vom Chipsatz, was sich besonders beim Kopieren großer Dateien oder beim Laden anspruchsvoller Spiele bemerkbar macht.
Bei den externen Anschlüssen lohnt sich ein genauer Blick auf die Beschriftung. USB-C-Ports mit USB-3.2-Gen2-Anbindung sind oft deutlich schneller als klassisches USB-A und eignen sich daher besonders für externe SSDs. Bei der WLAN-Anbindung sorgt WLAN 6E gegenüber dem älteren WLAN 6 vor allem für weniger Störungen in Umgebungen mit vielen Funknetzwerken; für eine stabile Verbindung in den meisten Wohnungen reicht aber auch WLAN 6 problemlos aus. Fehlt ein WLAN-Modul, lässt sich die Netzwerkanbindung meist unkompliziert per Kabel über den verbauten Gigabit- oder 2,5-Gigabit-LAN-Port lösen.
Die in dieser Kaufberatung vorgestellten AM4-Mainboards decken gleich mehrere Formfaktoren ab: von ATX mit rund 305 × 244 Millimetern über das kompaktere Micro-ATX bis hin zu Mini-ITX mit nur etwa 170 × 170 Millimetern. ATX bietet dabei in der Regel die meisten Steckplätze und den meisten Platz für eine großzügige Kühlung der Spannungsversorgung, passt aber nur in Midtower- oder Fulltower-Gehäuse. Micro-ATX-Boards sind bei Anschlüssen und Ausstattung meist kaum eingeschränkt, sparen aber etwas Bauraum ein und passen zusätzlich in viele kompaktere Gehäuse. Mini-ITX-Boards sind für besonders kleine Builds gedacht: Hier musst du bei Arbeitsspeicher-Steckplätzen und teils auch bei den Erweiterungssteckplätzen Abstriche machen; dafür passt das fertige System notfalls sogar auf den Schreibtisch. Welcher Formfaktor zu dir passt, hängt also in erster Linie vom geplanten Gehäuse und dem verfügbaren Platz ab.
