1. Vorwort
Wenn du aktuell ein neues Intel-System bauen möchtest, landest du zwangsläufig beim Sockel LGA1851, denn nur damit lassen sich die Core-Ultra-Prozessoren betreiben.
Anders als bei der Vorgängerplattform LGA1700 musst du dich bei LGA1851 nicht mehr zwischen zwei Arbeitsspeicher-Standards entscheiden: Jedes Mainboard setzt auf DDR5. Die eigentliche Weichenstellung erfolgt stattdessen beim Chipsatz. B860 genügt für die überwiegende Mehrheit der Nutzer, verzichtet dafür aber auf die Möglichkeit, die CPU per Multiplikator zu übertakten. Wenn du dir diese Option offenhalten möchtest, benötigst du ein Z890-Mainboard, das meist auch bei der Spannungsversorgung und den Erweiterungssteckplätzen großzügiger ausgelegt ist.
Bei der Zusammenstellung der Boards haben wir vor allem auf drei Dinge geachtet: eine für die jeweilige Preisklasse angemessen kräftige Spannungsversorgung, damit auch stärkere Prozessoren nicht gedrosselt werden, eine gute Ausstattung bei PCIe-5.0-Slots und M.2-Steckplätzen sowie eine gute Anbindung über LAN, WLAN und wo sinnvoll auch Thunderbolt. Abgedeckt werden dabei alle gängigen Formfaktoren, vom platzsparenden Mini-ITX-Board bis zum vollwertigen ATX-Mainboard mit spürbar mehr Anschlussvielfalt.
Egal ob günstiges B860-Board für den unkomplizierten Einstieg, kompaktes Mini-ITX-Mainboard für ein kleines Gehäuse oder Z890-Board mit voller Übertaktungsfreiheit: In dieser Kaufberatung findest du für so gut wie jedes Vorhaben eine passende Empfehlung.
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2. ATX Einsteiger: ASRock B860 Pro-A WiFi
Das ASRock B860 Pro-A WiFi ist eine solide und preisbewusste Basis für den Einstieg in Intels aktuelle Core-Ultra-Generation auf dem neuen LGA1851-Sockel. Der DDR5-Arbeitsspeicher läuft über vier Steckplätze mit hohen OC-Geschwindigkeiten von deutlich über 8.000 MT/s. Für die Grafikkarte steht ein vollwertiger PCIe-5.0-x16-Steckplatz bereit, ergänzt um einen zweiten PCIe-4.0-x16-Steckplatz mit vier Lanes. Für SSDs bietet das Board drei M.2-Steckplätze, einer davon mit PCIe-5.0-Anbindung über die CPU, dazu kommen vier SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 6E, Bluetooth 5.3 und eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Realtek fest verbaut. An der Rückseite wartet unter anderem ein USB-3.2-Gen2x2-Typ-C-Port mit bis zu 20 Gbit/s. Der klare Vorteil des B860 Pro-A WiFi ist das Gesamtpaket aus PCIe 5.0, drei M.2-Steckplätzen und WLAN 6E zu einem Preis, der für ein B860-Einsteiger-Board ungewöhnlich viel bietet. Damit ist es die empfehlenswerte Wahl, wenn du günstig, aber ohne große Kompromisse in die neue Plattform einsteigen willst. Die Spannungsversorgung reicht sogar für Core Ultra 7 und Ultra 9 Prozessoren aus.

3. ATX Mittelklasse: ASUS TUF Gaming Z890-Plus WIFI
Mit dem Z890-Chipsatz richtet sich das ASUS TUF Gaming Z890-Plus WiFi an alle, die gegenüber B860 volle Übertaktungsfreiheit und mehr Ausstattung erwarten, ohne gleich zum teuersten Board zu greifen. Der DDR5-Arbeitsspeicher läuft über vier Steckplätze mit bis zu 9066 MT/s, während für die Grafikkarte ein vollwertiger PCIe-5.0-x16-Steckplatz bereitsteht. Bei den SSDs bietet das Board gleich vier M.2-Steckplätze, einer davon mit PCIe-5.0-Anbindung, dazu kommen vier SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 7, Bluetooth 5.4 und eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Intel mit an Bord. An der Rückseite steht dir sogar ein Thunderbolt-4-Anschluss zur Verfügung, über den sich schnelle externe Speicher oder Displays anschließen lassen. Der große Vorteil des TUF Gaming Z890-Plus WiFi ist die Kombination aus kräftiger Spannungsversorgung, Thunderbolt 4 sowie Wi-Fi 7 in der Mittelklasse. Damit empfiehlt es sich besonders für dich, wenn du ein langlebiges und zugleich zukunftssicheres Z890-Board suchst.

4. ATX Oberklasse: MSI MAG Z890 Tomahawk WIFI
Als Oberklasse-Board positioniert sich das MSI MAG Z890 Tomahawk WiFi. Der DDR5-Arbeitsspeicher läuft über vier Steckplätze und erreicht im übertakteten Betrieb Geschwindigkeiten von über bis zu 9000 MT/s. Für die Grafikkarte steht ein vollwertiger PCIe-5.0-x16-Steckplatz bereit, ergänzt um zwei weitere PCIe-4.0-Steckplätze mit jeweils vier Lanes. Bei den SSDs bietet das Board vier M.2-Steckplätze, einer davon mit voller PCIe-5.0-Anbindung, dazu kommen vier SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 7, Bluetooth 5.4 und eine schnelle 5-Gigabit-LAN-Buchse fest verbaut. An der Rückseite gibt es neben zwei Thunderbolt-4-Anschlüssen auch einen USB-3.2-Gen2-Typ-C-Port mit bis zu 10 Gbit/s sowie mehrere weitere schnelle USB-Anschlüsse. Der klare Vorteil des MAG Z890 Tomahawk WiFi ist die durchgehend hochwertige Ausstattung von der Spannungsversorgung über gleich vier M.2-Steckplätze bis zu den Thunderbolt-4-Anschlüssen sowie der 5-Gigabit-LAN-Buchse. Damit eignet es sich hervorragend als Rundum-Basis für dein leistungsstarkes Gaming- oder Creator-System.

5. High-End-OC: ASUS ROG Maximus Z890 Apex
Das ASUS ROG Maximus Z890 Apex mit dem LGA1851-Sockel richtet sich klar an Enthusiasten. Bewusst verzichtet das Board dabei auf vier Arbeitsspeicher-Steckplätze und setzt stattdessen auf nur zwei DDR5-Steckplätze, die dafür deutlich höhere Übertaktungsgeschwindigkeiten von bis zu 9.600 MT/s ermöglichen. Für Grafikkarten stehen gleich zwei vollwertige PCIe-5.0-x16-Steckplätze bereit, wobei der zweite nur mit acht Lanes angebunden ist. Für SSDs bietet das Board vier M.2-Steckplätze direkt auf der Platine, davon drei mit PCIe-5.0-Anbindung, sowie über die beiliegende DIMM.2-Zusatzkarte zwei weitere M.2-Steckplätze mit PCIe 4.0, insgesamt also sechs M.2-SSDs, dazu vier SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 7, Bluetooth 5.4 und eine 5-Gigabit-LAN-Buchse mit verbaut. Auf der Rückseite warten zudem noch zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse. Der entscheidende Vorteil des Maximus Z890 Apex ist die auf Arbeitsspeicher-Übertaktung spezialisierte Zwei-Slot-Bauweise in Kombination mit einer der stärksten Spannungsversorgungen der gesamten Plattform. Dieses Mainboard ist die klare Empfehlung für dich, wenn du ohne Kompromisse übertakten willst.

6. Micro-ATX Einsteiger: ASRock B860M Pro-A WiFi
Wenn du ein kleineres Mainboard suchst, eignet sich das ASRock B860M Pro-A WiFi. Das B860M Pro-A im kompakteren Micro-ATX-Format bringt nahezu die gleiche Ausstattung wie das ATX B860 Pro-A mit, und ist damit ein günstiger Einstieg für ein platzsparenderes System. Der DDR5-Arbeitsspeicher läuft weiterhin über vier Steckplätze mit hohen OC-Geschwindigkeiten. Für die Grafikkarte steht ein vollwertiger PCIe-5.0-x16-Steckplatz bereit, dazu kommt ein kleinerer PCIe-4.0-Steckplatz vom Chipsatz mit vier Lanes. Bei den SSDs bietet das Board drei M.2-Steckplätze, einer davon mit PCIe-5.0-Anbindung, sowie vier SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 6E, Bluetooth 5.3 und eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Realtek fest verbaut. An der Rückseite gibt es unter anderem einen USB-3.2-Gen2x2-Typ-C-Port mit bis zu 20 Gbit/s. Der Vorteil des B860M Pro-A WiFi liegt darin, dass du gegenüber der ATX-Variante kaum Abstriche machen musst, dir aber ein kompakteres Gehäuse offensteht. Damit ist es die empfehlenswerte Wahl für dich, wenn du ein günstiges, aber vollwertig ausgestattetes Micro-ATX-Board suchst.

7. Micro-ATX Mittelklasse: ASRock Phantom Gaming Z890M Riptide WiFi
Das ASRock Phantom Gaming Z890M Riptide WiFi bringt den übertaktbaren Z890-Chipsatz auf ein kompaktes Micro-ATX-Format und bietet dir trotz kleinerem Gehäuse volle Ausstattung. Der DDR5-Arbeitsspeicher läuft über vier Steckplätze und erreicht im übertakteten Betrieb fast bis zu 9466 MT/s. Für die Grafikkarte steht ein vollwertiger PCIe-5.0-x16-Steckplatz bereit. Bei den SSDs bietet das Board drei M.2-Steckplätze, zwei davon direkt über die CPU angebunden, dazu kommen vier SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 6E, Bluetooth 5.3 und eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Killer direkt verbaut. An der Rückseite stehen dir gleich zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse zur Verfügung, über die sich schnelle externe Geräte oder hochauflösende Displays anschließen lassen. Der besondere Vorteil des Z890M Riptide WiFi ist die Kombination aus vollem Z890-Übertaktungspotenzial und gleich zwei Thunderbolt-4-Ports in einem Micro-ATX-Format.

8. Mini-ITX: Einsteiger: ASRock Phantom Gaming B860I Lightning WiFi
Für ein besonders kompaktes Intel-System auf dem LGA1851-Sockel, der die aktuellen Core-Ultra-Prozessoren aufnimmt, ist ein Mini-ITX-Format eine echte Empfehlung. In diesem winzigen Format eine gute Wahl ist das ASRock Phantom Gaming B860I Lightning WiFi, das auf den günstigeren B860-Chipsatz setzt. Mini-ITX-bedingt stehen beim DDR5-Arbeitsspeicher nur zwei Steckplätze zur Verfügung, dafür ist ein vollwertiger PCIe-5.0-x16-Steckplatz für die Grafikkarte vorhanden. Für SSDs bietet das Board zwei M.2-Steckplätze, einer davon mit PCIe-5.0-Anbindung, dazu kommen drei SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 6E, Bluetooth 5.3 und eine 2,5-Gigabit-LAN-Buchse von Realtek fest verbaut. An der Rückseite steht dir ein Thunderbolt-4-Anschluss zur Verfügung, zudem sorgt ein kleiner aktiver Lüfter auf dem VRM-Kühlkörper für stabile Temperaturen unter Last. Der Vorteil des B860I Lightning WiFi ist, dass es trotz Einsteiger-Chipsatz weder auf Thunderbolt 4 noch auf eine aktiv gekühlte, kräftige Spannungsversorgung verzichtet. Damit eignet es sich hervorragend für einen günstigen Einstieg, aber bietet dir trotzdem Zukunftssicherheit.

9. Mini-ITX Mittelklasse: ASRock Phantom Gaming Z890I Nova WiFi
Auch mit dem Z890-Chipsatz für Intels Core-Ultra-Prozessoren musst du auf dem LGA1851-Sockel nicht zwingend zu einem großen ATX-Board greifen. Genau das bekommst du mit dem ASRock Phantom Gaming Z890I Nova WiFi. Das Mini-ITX-Board passt selbst in sehr kleine Gehäuse. Mini-ITX-bedingt stehen beim DDR5-Arbeitsspeicher nur zwei Steckplätze zur Verfügung, die dafür OC-Geschwindigkeiten von bis zu 9.466 MT/s erreichen. Für die Grafikkarte steht ein vollwertiger PCIe-5.0-x16-Steckplatz bereit. Bei den SSDs bietet das Board gleich drei M.2-Steckplätze, was für ein Mini-ITX-Board ungewöhnlich viel ist, dazu kommen zwei SATA-Anschlüsse. Bei der Netzwerkanbindung sind WLAN 7, Bluetooth 5.4 und eine schnelle 5-Gigabit-LAN-Buchse auf dem Board vorhanden. An der Rückseite stehen dir zudem zwei Thunderbolt-4-Anschlüsse zur Verfügung. Der klare Vorteil des Z890I Nova WiFi ist die Kombination aus vollem Z890-Chipsatz, drei M.2-Steckplätzen und WLAN 7 auf kleinstem Raum. Damit ist es die empfehlenswerte Wahl, wenn du ein High-End-Mini-ITX-System ohne Kompromisse bauen möchtest.
10. Fazit
Die Wahl des passenden LGA1851-Mainboards beginnt zunächst mit der Frage, welchen Chipsatz du wirklich benötigst. B860-Boards decken die meisten Anwendungsfälle ab, erlauben aber wie schon bei der Vorgängergeneration kein Übertakten der CPU per Multiplikator. Diese Funktion bleibt weiterhin den Z-Chipsätzen wie Z890 vorbehalten, die dafür auch bei der Spannungsversorgung und den Erweiterungsmöglichkeiten großzügiger ausfallen. Gerade bei den aktuellen Core-Ultra-Spitzenmodellen lohnt sich ein Blick auf die VRM-Kühlung, denn eine kräftige und gut gekühlte Spannungsversorgung sorgt dafür, dass der Prozessor auch unter Dauerlast seinen Takt hält, während Einsteiger-CPUs meist auch mit einfacherer Kühlung auskommen.
Beim Arbeitsspeicher setzt jedes LGA1851-Mainboard durchgehend auf DDR5, wobei die neue Plattform gegenüber LGA1700 nochmals höhere Übertaktungsgeschwindigkeiten erlaubt, wobei diese in der Regel nur mit CUDIMMs erreicht werden. Neu ist zudem, dass sich PCIe 5.0 mit dieser Generation durchgesetzt hat: Nicht nur der Grafikkartensteckplatz, sondern inzwischen auch die schnellsten M.2-Steckplätze profitieren häufig von der vollen PCIe-5.0-Anbindung, was sich vor allem beim Laden großer Dateien oder anspruchsvoller Spiele bemerkbar macht.
Auch bei der Anschlussausstattung hat sich einiges getan. WLAN 7 ist auf vielen Boards bereits Standard und sorgt für stabilere Verbindungen in Umgebungen mit vielen Funknetzwerken, während günstigere Modelle meist noch auf das weiterhin zuverlässige WLAN 6E setzen. Bemerkenswert ist außerdem, wie häufig selbst preisgünstigere LGA1851-Mainboards inzwischen mit Thunderbolt 4 ausgestattet sind, was auf der Vorgängerplattform noch deutlich seltener der Fall war.
Diese Kaufberatung deckt gleich mehrere Formfaktoren ab, vom vollwertigen ATX-Board über kompaktere Micro-ATX-Varianten bis hin zu Mini-ITX für besonders kleine Gehäuse. Der Abstand zwischen Einsteiger- und Oberklasse-Boards zeigt sich dabei vor allem am Chipsatz, der Anzahl der M.2-Steckplätze, der Stärke der Spannungsversorgung und daran, ob Thunderbolt 4 sowie das aktuellste WLAN verbaut sind.
Mit einem LGA1851-Mainboard steigst du in eine starke und gut ausgestattete Plattform ein, die dir schon zum Start eine Vielzahl an Anschlussausstattung mitgibt. Achte beim Kauf vor allem darauf, ob der Chipsatz zu deinen Übertaktungsambitionen passt und ob die Spannungsversorgung für deinen geplanten Prozessor ausreichend dimensioniert ist, statt dich allein von Zusatzfunktionen wie reine Optik oder Marketing-Versprechen leiten zu lassen. Bedenke außerdem, dass die nächste Generation der Intel Prozessoren auf den neuen Sockel LGA1954 setzen wird.
