Worklog: Mein Umstieg auf Linux

Warum steigt ihr nicht auf Linux um?

  • Bin doch auf Linux...

    Abstimmungen: 3 20,0%
  • Windows ist toll!

    Abstimmungen: 1 6,7%
  • Games gehen ja auf Linux nicht, oder?

    Abstimmungen: 7 46,7%
  • Ich nutze Windows-only-Software...

    Abstimmungen: 1 6,7%
  • Ich liebe, wie Windows mich ausspioniert ;)

    Abstimmungen: 3 20,0%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    15

Thecrafterja

Stammgast III
Themen-Ersteller
Apr 21, 2020
520
133
Hallo allerseits!

Ich bin mittlerweile seit ca. einem halben Jahr in diesem Forum aktiv und schreibe jetzt meinen ersten Worklog!

In diesem Worklog will ich darüber berichten, wie ich auf Linux „umgestiegen“ bin und wie ich das Ganze empfunden habe.
Diesen Worklog führe ich solange weiter, wie ich Lust dazu habe. Irgendwie klar, oder?

Ich wünsche euch viel Spaß. Bei Fragen, Verbesserungsvorschlägen oder ähnlichem könnt ihr mich einfach anschreiben.
VG Thecrafterja



@Moderation Gibt es vielleicht etwas wie einen Worklog Bereich für Betriebssysteme?
Doppelpost zusammengeführt:

Erster Teil:

Die Frage nach dem warum?​

Ich habe mich schon immer für IT interessiert, sowohl für Hardware als auch für Software. Ich programmiere viel, arbeite mit der Unreal Engine und vieles mehr. Das sind eigentlich alles nicht unbedingt Gründe für Linux, doch ich finde an Linux besonders die Konsolenfreundlichkeit gut. Mein erster Plan war, Linux für Alltagssachen wie Surfen, Texte schreiben und so weiter zu verwenden. Außerdem fand und finde ich den Ansatz gut, dass alles Open Source ist(zumindest das Betriebssystem) und das es eine große, hilfsbereite Community gibt.

Mein erstes Linux – OMG​

Also habe ich mich dran gesetzt, drei Tasten gedrückt und ich konnte mit meinem Linux alle PCs hacken. STOP, nein, so war das nicht und das ist auch nicht der Sinn hinter diesem Worklog. Zuerst einmal habe ich mich mit den verschiedenen Distributionen(kurz: Distros) beschäftigt. Distros sind verschiedene Ableger von Linux: Bekannte Distros sind zum Beispiel Ubuntu, Debian, Fedora, Linux Mint, Arch und Manjaro. Und es gibt noch viele mehr. Außerdem habe ich mich mit den Desktopumgebungen(kurz: DE) beschäftigt. Diese sind unterschiedlich anpassbar, brauchen unterschiedlich viele Resourcen, sehen unterschiedlich aus etc. Um einige zu nennen: Gnome, KDE Plasma, XFCE, Cinnamon usw. Um ehrlich zu sein: Mein Problem war, dass ich zu lange über die Distros nachgedacht habe statt zu starten. Dann habe ich mich für Arch Linux entschieden: Eine Distribution, die in der Konsole installiert wird und hoch anpassbar ist. Ein bisschen Größenwahn war bei der Entscheidung auch dabei…
Nach drei Tagen Konsolengetippe, Wiki-Einträge lesen und vielen Fragen lief das Arch dann parallel zu meinem Windows 10. Ich war einfach nur stolz auf mich. Für Interessierte: Als erstes hatte ich als DE XFCE.
 

Thecrafterja

Stammgast III
Themen-Ersteller
Apr 21, 2020
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Der zweite Teil folgte sogleich:
Ich glaube, Poesie ist nicht so meins...

Desktop Wechsel​

Zur Info: Das hier ist kein Desktop Vergleich.
Doch XFCE war nicht meins. Mit meinem 4K Monitor waren alle Icons sehr klein und XFCE sah Out-Of-The-Box einfach nicht so schick aus wie andere Bilder, die ich gesehen hatte. Also habe ich mich für KDE Plasma entschieden. Dort lief es mit dem 4K Monitor alles prima. Außerdem sah das Ganze schick aus. Leider habe ich davon keine Bilder, die kommen erst ab dem Zeitpunkt, an dem ich geplant habe, diesen Worklog zu machen.

Unordnung macht sich breit und ich mache einen Wechsel​

Nach mehreren Tagen toller Erfahrungen machte sich jedoch die Unordnung breit: Ich hatte mir keinen strikten Plan für Ordnerstrukturen gemacht, Programm lagen in allen möglichen Ordnern rum. Also war es Zeit, mich von meinem Arch Linux zu verabschieden. Warum? Für ein AlltagsOS war es mir zu viel Pflege-Aufwand, auch aufgrund meines kanppen Zeitplans. Doch viele Vorteile von Arch wollte ich nicht verlieren. Somit entschied ich mich für Manjaro, einen Sprössling von Arch. Das Ganze wurde parallel installiert, und diesmal innerhalb von Minuten mit grafischer Oberfläche. Dabei nutze ich Gnome als DE, da dieses einen modernen und für Desktops untypischen Look hat. Das Manjaro nutze ich mehrere Wochen und immer weniger wollte ich zu Windows zurück.



Achtung: Jetzt kommt ein Teil, welcher auf recht viele falsche Vorurteile aufmerksam macht

„Kurzer“ Abschnitt zur Software und Treiber Kompatibilität​

Viele Leute sagen, es gäbe kaum Software für Linux: FALSCH! Man muss nur wissen, wo es sie überall gibt. Im Manjaro Store gibt es viele Programme wie VLC, Firefox, OBS Studio, LMMS, Steam, Blender und co. Auch über den Konsolen Paketmanager pacman bekommt man Software, aber auch passende Treiber. Das AUR(Arch User Repository) ist mir besonders ans Herz gewachsen. Dort gibt es von anderen Leuten angepasste Software für Arch Linux und Manjaro. Vom Minecraft Launcher bis hin zum Programm, um sich den Handy Bildschirm auf dem Display anzeigen zu lassen. Und wenn es dort nichts gibt, gibt es noch die Snap-Pakete-Sammlung(z. B. Spotify), GitHub oder die Website des Herausgebers(z. B. DaVinci Resolve oder Discord). Somit sieht man, alles ist möglich.
Auch die Treiber liefen sofort. WLAN, Soundchip, Grafikkarte und Ethernet liefen direkt, der Bluetooth-Treiber nach einem Neustart: Somit alles perfekt. Und wie oben erwähnt, gibt es viele frei verfügbare Treiber.
 
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Moderator
Mitarbeiter
Nov 3, 2018
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Das ist aber doch genau das Problem an Linux, weshalb es wenig Verbreitung beim 0815 Heimnutzer hat. Man muss sich eben mit dem ganzen beschäftigen. Und das wollen viele nunmal nicht, die Kiste soll einfach laufen.

Dass das mit Windows auch nur bedingt gut funktioniert wissen wir alle. Wer kennt sie nicht, die Bekannten und Verwandten die googlen welche Software sie brauchen und sie dann aus dubiosen Quellen herunterladen. Irgendwelche Adware und Toolbars sind da noch der geringste Schaden. Aber für den Anwender scheint es nun mal zu laufen.
Alles hat eine schöne klickybunti Oberfläche, man muss bei einem fertig Rechner oder Laptop nicht mal das OS selbst installieren. Die dafür in Massen vorhandene vorinstallierte Software findet der ein oder andere am Ende sogar noch nützlich.

Linux ist nicht mehr so Benutzerunfreundlich wie vor etlichen Jahren - Windows hat sich als OS aber viel zu sehr etabliert um einfache Benutzer (im wahrsten Sinne des Wortes, sie wollen einfach nur benutzen und dass es funktioniert) umsteigen würden.

Für interessierte und versierte sowie Spezialanwendungen ist Linux sicher eine Option. Aber bei der breiten Masse hat Linux meiner Meinung nach keine Chance. Alleine die Auswahl der distro ist für die meisten User schon zu viel verlangt. Geschweige denn eine Kommandozeile zu benutzen.
 

Thecrafterja

Stammgast III
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Apr 21, 2020
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Da ist auf jeden Fall viel Wahres dran. Aber wer weiß... Mittlerweile liefert Lenovo ja erste Laptops mit Ubuntu aus. Ich denke, Linux würde einen Durchbruch schaffen, wenn es entweder schon vorinstalliert wäre oder einfach mehr Linux-Only-Anwendungen als Windows-Only-Anwendungen existieren würden. Mal abwarten, wie sich Windows in den nächsten Jahren entwickelt.
Doppelpost zusammengeführt:

NEUANFANG: Naja, so halb​

Ich nutze Manjaro mittlerweile täglich. Einfach toll. Doch es gibt ein Problem: Ich bin mit Gnome nicht mehr zufrieden. Die DE ist mir einfach nicht anpassbar genug. Also wollte ich wieder zu KDE Plasma zurück. Doch das wird schwer, wenn man das Ganze System schon so „fertig“ hat. Da blieb mir nur eine akzeptable Möglichkeit: Manjaro neuinstallieren.
Das Ganze lief wirklich gut: Nach ca. zwei Stunden waren alle Programme wieder da. Und eins habe ich sogar dazu gerlernt. Meine Daten liegen jetzt auf einer anderen Partition meiner Festplatte als das System an sich. Der Vorteil ist, dass eine Neuinstallation leichter ist.

Das ist der Punkt, an dem ich angefangen habe, diesen Worklog zu schreiben.

Ups, Vorteil vergessen: Rolling Release​

Wen die Updates von Windows schon immer genervt haben, der ist bei Manjaro und Arch Linux genau richtig. Diese Distros nutzen Rolling Releases. Das heißt, es gibt in einem Monat nicht einfach ein großes Update, sondern im Hintergrund werden still kleine Updates installiert. Nur die Anwendungen muss man noch selber installieren. Damit umgeht man Wartezeit und lästige Neustarts. Das Ganze kann einem natürlich auch das System „zerschießen“, aber das geht auch mit normalen Updates. Und es passiert sehr selten.

Wofür nutze ich eigentlich welches OS?​

Die Antwort ist eigentlich recht leicht: Immer, wenn es geht, nutze ich Manjaro. Windows nutze ich nur noch für Spiele, die nicht unter Linux, weder durch Steam noch durch Wine oder Proton, laufen. Außerdem verwende ich Windows noch für die Unreal Engine. Diese kann man sich zwar selbst kompilieren, und diese läuft auch, jedoch fehlt mir einfach der Epic Games Store für das Pluginmanagment unter Linux. Vielleicht kommt das ja noch…
Linux nutze ich für den Rest: Im Internet surfen, Videoschnitt, 3D-Modellieren und Schularbeit. Für mich ist das das perfekte Duo.


Das war vorerst der letzte Teil, der bis jetzt geschrieben ist. Ein Teil zum Gaming unter Linux ist in Planung. Und mal sehen, was sich in den nächsten Monaten für mich ergibt. Ideen höre ich auch gerne.
 

Thecrafterja

Stammgast III
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So, jetzt gehts gleich weiter, ich schreibe einen weiteren Teil. Leider nicht zum Gaming, sondern zur Software, da meine Zeit aktuell sehr begrenzt ist.
 

Thecrafterja

Stammgast III
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Apr 21, 2020
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Software unter Linux​

So, jetzt geht es um die Software, die es unter Linux gibt. Hier möchte ich schonmal erste Vorurteile aus dem Weg räumen: Es gibt auf Linux nicht weniger Software als auf Windows. Das wissen nur viele Leute nicht, da es verschiedene Möglichkeiten gibt, die passende Software zu finden. Unter Linux ist es sogar gut möglich, diese sich selbst zu kompilieren.

Der Software-Store​

Und nein, hier kann man nichts kaufen. Jede, oder fast jede(ArchLinux ist meist die Ausnahme ;)) Distribution bringt einen eigenen Software Store mit. Dort kann man standradmäßig die gängigsten Programme herunterladen. Das Ganze funktioniert wie z. B. Im PlayStore oder im AppStore und ist viel leichter, als sich selber die richtige Website zu suchen.
Hier gibt es viele Programme, von Browsern(Firefox, Chromium etc.) über „Creator“-Programme(Gimp, Inscape, Blender) bis hin zu Alltagsprogrammen(VLC, LibreOffice).
Fündig wird hier jeder!

AUR(Arch User Repository)​

Meiner Meinung nach die beste Erfindung des Jahrhunderts, naja fast… :). Hier kann jeder Pakete hochladen, der Nutzer lädt diese dann runter und kompiliert diese. Das geht auch automatisch: Im Manjaro Software-Store kann man über ≡ → Einstellungen → AUR die AUR-Quelle aktivieren. Allerdings sollte man nur bekannte Software herunterladen, da jeder etwas hochladen kann. Allerdings ist die Gefahr, sich Viren einzufangen, dennoch recht gering. Ich habe z. B. meinen Minecraft-Launcher aus dem AUR bezogen. Hier gibts es aber auch Skripte zur Installation von DaVinci Resolve oder anderem. Einfach suchen und fündig werden: https://aur.archlinux.org/

Snap​

Hier gehen die Meinungen auseinander. Ich allerdings finde die Idee hinter Snap gut. Das Ganze wird von Canoncial, der Firma hinter Ubuntu, gelenkt. Dieses Projekt soll auf allen Linux Distributionen laufen. Allerdings gibt es aktuell besonders unter Arch&Manjaro immer wieder Probleme, das Software aufgrund veralteter GTK2 Unterstützung nicht startet. Spotify ist zum Beispiel im Snapstore zu finden. Auch diesen kann man im Manjaro-Store unter ≡ → Einstellungen → Snap aktivieren.

Flatpack​

Gut, dieses nutze ich ab und an, kenne ich aber nicht gut. Kann man auch im Manjaro-Store unter ≡ → Einstellungen → Flatpack aktivieren.

GitHub​

What?! Ja, GitHub. Hier kann man sich die Software als .zip herunterladen und diese dann selber via Terminal(->Kommandozeile) kompilieren. Meistens geht das mit "makepkg". Das Ganze ist ziemlich simpel, allerdings kommt es hier öfter vor, dass Software nicht unter allen Distros läuft.




Fazit​

Keine Ausreden mehr! Es geht alles unter Linux. Ich nutze nun schon über mehrere Monate Linux im Dual Boot mit Windows und es läuft. Ich liebe es einfach.
Eine Option habe ich allerdings ausgelassen: Wine. Mit diesem laufen teilweise auch Windows-Only Programme unter Linux. Wenn daran Interesse besteht, kann ich darüber auch berichten. Das passt allerdings auch zur Kategorie Gaming unter Linux.

Falls du jetzt wechseln willst oder beide Systeme nutzen willst, kann ich gerne helfen. Einfach anschreiben!

Ich wünsche euch allen ein tolles Wochenende und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Falls man sich nicht mehr vorher schreibt... :)
VG Thecrafterja