Worklog Questionable Dumpster Engineering: Project RELIC4800T – Wie weit kann man eine totgeglaubte mobile Plattform treiben?

Clu

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Mai 25, 2026
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Hallo zusammen,

hier ein neuer Workflow aus der Rubrik „If it works, is it really a dumb idea?“. 🤪

Vernunft ist hier wieder mal fehl am Platz, es geht rein um Kreativität, Bastelspaß und am Ende sollte immer eine Maschine mit WTF-Moment entstehen 🥰 . Ich möchte Grenzen testen, Lernen, ungewöhnliche Wege denken.

Hier geht es 0,0 um FPS-Jagd oder „wer hat den Längsten“👃. Meine Philosophie beim Zocken ist mittlerweile Singleplayer Games mit tiefer Story und/oder packender Atmosphäre und gutem Gameplay. Ich hatte meine schnellen Jahre, in denen ich nach Kill/Death Ratio gespielt habe, das interessiert mich aber heute nicht mehr.

Ich bin zufrieden mit maximalen stabilen 60fps (fullHD, WQHD, 4k) aber dafür die Quality-Settings maxed out für Atmosphäre. Ich sehe Spiele mittlerweile eher wie Bücher... und nicht jedes Buch muss auf Hochglanzpapier gedruckt sein um seine Story zu erzählen. ;)

Meine Spielebibliothek umfasst Perlen der letzten 25-30 Jahre Gaming-Geschichte und dafür brauch ich in den seltensten Fällen 8 Kerne / 16 Threads und ne 5090 um ein geiles Spielerlebnis zu haben. Ganz im Gegenteil, je mehr Power in Systemen steckt, desto mehr Hitze produzieren sie und das muss gekühlt werden, ergo Lautstärke. Zumal z.B. Celeste auf einem 8kerner mit 4090 komplett insane wäre. Ich denke da immer an die Nintendo Switch1, absolute Gurke nach Bench-Maßstäben und trotzdem hat sie Millionen Menschen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert – nicht wegen der Hardware, sondern den Inhalten.

Ich baue auch nicht den „Einen Gaming PC“, ich habe viele Systeme und je nach Spiel oder Laune hol ich dies oder das aus der Garage.
Eins haben aber alle Maschinen gemeinsam – sie sind alle auf irgendeine Art total bescheuert. 🤪





Ausgangssituation:

Vor einigen Wochen stand ich wieder vor einer Idee:


  • ich möchte was solides Altes (mind. 10 Jahre oder älter) mit Charme und „mobil“ (soweit man das behaupten kann 😂)

  • es sollte ein Underdog sein, niemand sollte zuerst an Gaming denken

  • es sollte bastelbar sein (also modular im Aufbau und wartungsfreundlich)

  • es sollte in tolles Display haben (für die damalige Zeit)

  • es sollte ne günstige Ersatzteilplattform sein

  • es sollte verrückte und ungewöhliche Upgradepfade liefern

  • es soll meine Spielebibliothek bis ca. 2018 in fullHD in hohen bis max. Settings abspielen können (z.B. Dark Souls, Bioshock, Dishonored, Dead Space, etc...)

Und die Frage war:

Kann man das in 2026 überhaupt noch ernst nehmen?


Geburt: Project RELIC4800T.
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Die Ausgangsbasis

Nach einiger Recherche und Vergleichen von Specs, Zugangsmöglichkeit, Marktverfügbarkeit und vor allem Community-Erfahrungen wurde es schließlich:

Dell Precision M4800 mobile Workstation

Eine mobile Workstation aus einer Zeit, als Ingenieure offensichtlich die Aufgabe hatten:


Baut etwas, das auch einen Atomkrieg überlebt! 😅

Magnesiumrahmen, modulare Komponenten, CPU-Sockel, MXM-A Grafikmodul (also tauschbar), Wartungsklappen, massive Kühlung, günstige Ersatzteile, unterstützt bis 64gb DDR3 RAM. Generell ausgelegt für 24/7 Lastbetrieb.

Damals kosteten diese Geräte je nach Ausstattung mehrere Tausend Euro. Heute bekommt man sie teilweise für rund 80–150 €, je nach Ausstattung.


Meine Basis:

- Dell Precision M4800
- Full-HD IPS Panel
- i7-4700MQ [(4c/8t) (2,4/3,4ghz) (6mb Cache)]
- Nvidia Quadro K2100M MXM
- 16 GB DDR3 RAM
- 2tb HDD
- DVD Brenner

Kaufpreis des Grundgeräts: rund 120 €.
Dell Precsision M4800 official.jpg



1. Ausbaustufe:

  • i7 4900MQ [(4c/8t) (2,8/3,8ghz) (8mb Cache)]

  • 32GB RAM 4x8GB Samsung 1600er DDR3

  • 256gb SanDisk Ultra 2.5“ SSD (C:\)

  • DVD-Laufwerk raus und ersetzt durch 2.5“ SSD Caddy

  • 1tb SanDisk Ultra 2.5“ SSD (D:\)

  • Wifi AC und Bluetooth 5

  • ADLink Nvidia T1000 4GB VRAM
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Warum gerade das M4800?

Weil es eine der letzten mobilen Plattformen ist, bei der man noch richtig schrauben kann.

CPU? Tauschbar.

GPU? MXM-Modul.

RAM? Bis zum Anschlag.

Massive Kühler.

Ersatzteile überall.

Dokumentation und Community Mods verfügbar.




Der Bastelfaktor


Ich mag Basteln. Ich hasse Bastellösungen.
Das ist ein wichtiger Unterschied.


Ich möchte möglichst innerhalb der ursprünglichen Konstruktion bleiben.

Keine Flex.
Keine Gehäusemodifikationen.
Keine Kabelbinder als tragende Konstruktion.
Sondern verstehen, welche Grenzen Dell damals gesetzt hat – und wie weit man sie heute sinnvoll verschieben kann.




Und wo beginnt der echte Ingenieurswahnsinn? 😈

Die erste Eskalationsstufe


CPU:
i7-4700MQ → i7-4900MQ

Mehr Takt.

Mehr Cache.

Gleiche TDP.





GPU:
Quadro K2100M → NVIDIA T1000 MXM 😈 komplett andere Liga!

Und hier wird es interessant.

Die T1000 stammt ursprünglich aus einem Embedded-System ist aber echtes MXM-A Format. War ein Gamble, ob sie überhaupt erkannt wird und läuft...

🤔Eine moderne Turing-GPU (von 2019) in einer mobilen Plattform von 2013??? - NO WAY! 😅

Allein die Vorstellung macht mich glücklich 🥹





Nachhaltigkeit


Ein oft unterschätzter Punkt.

Diese Geräte sind heute praktisch "wertlos". (Haswell & DDR3)

Ersatzteile kosten fast nichts.

Komplette Teileträger bekommt man teilweise für den Preis eines modernen Akkus.

Für ungefähr 1.000 € könnte man sich problemlos einen kleinen Lebensvorrat an M4800-Ersatzteilträgern auf Lager legen.

Für Hardware, die bei Markteinführung ein kleines Vermögen kostete.
Ich finde es cool, dass eine hochwertige Workstation nach über zehn Jahren nicht auf dem Wertstoffhof endet, sondern durch etwas Recherche und ein paar Upgrades wieder täglich genutzt werden kann.





Die Banane-Vision

Natürlich gibt es auch eine völlig unvernünftige Seite des Projekts.

Die heißt: RELIC4800X

Upgradepfade, die niemand braucht. 🤣

Und genau deshalb sind sie interessant.

i7 4940MX?
Jo!

RTX A2000 MXM?
Warum nicht.

Irgendwelche seltenen Embedded-MXM-Karten?
Her damit.

Fazit

Project RELIC4800T soll nicht beweisen, dass alte Hardware besser ist.
Sie ist es nicht.

Aber alte Hardware ist oft deutlich besser, als viele Menschen glauben. ;)

DOOMEternal 25.06.2026 19_49_02.pngFireStrike_002_richtiger-driver.JPG

DOOM Eternal auf einer mobile Workstation von 2013 in mid-high Settings zu zocken grenzt an Blasphemie 😂 und bringt mich jedes Mal zum Schmunzeln :)

Und manchmal macht es mehr Spaß, einer totgesagten Plattform neues Leben einzuhauchen, als einfach die nächste Grafikkarten-Gen zu kaufen.


Vielleicht endet das Projekt mit einer modernen MXM-GPU.

Vielleicht endet es mit einer Erkenntnis über die Grenzen alter Plattformen.


Vielleicht endet es einfach damit, dass eine über zwölf Jahre alte Workstation noch einmal viele hundert Stunden Spielzeit erlebt.

Und ganz ehrlich? - Das reicht mir völlig.
Es hat Spaß gemacht zu bauen und es macht richtig Bock damit zu daddeln :cool:

Grüße aus dem Research Lab ;)
 
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